Pasta selbst gemacht – Färben/Aromatisieren
Leider hat es etwas länger gedauert, bis ich die Zeit gefunden habe, diesen Beitrag zu erstellen. In meinen vorherigen Beiträgen „Pasta selbst gemacht“ habe ich bereits darauf hingewiesen, dass es nahezu unzählige Abwandlungen der Pastateige gibt. Diesmal will ich auf einige Möglichkeiten eingehen, die Nudeln zu färben und/oder zu aromatisieren.
Auf die eigentliche Herstellung des Nudelteigs werde ich hier nicht mehr eingehen. Bei den nachstehend aufgeführten Rezepten werde ich immer nur die Zutaten aufführen, es sei denn, bei der Teigherstellung muss anders als vorher ausgeführt vorgegangen werden.
Nudeln kann man nicht nur in verschiedensten Formen und Grössen herstellen, sondern auch in vielen Farben und diversen Geschmacksrichtungen. Gefärbte und aromatisierte Nudeln bringen noch mehr Abwechslung in die Pastaküche. Sowohl Optik als auch Geschmack rechtfertigen den etwas höheren Zeitaufwand bei der Herstellung.
Selbstverständlich verwenden wir ausschliesslich natürliche Rohstoffe für das Einfärben und Aromatisieren. Auf Lebensmittelfarbe oder andere künstliche Zusätze verzichte ich gerne. In der Regel werden bei der Herstellung diese Rohstoffe zu den Eiern in die Mehlmulde gegeben und sorgfältig mit diesen vermischt, bevor das Mehl untergearbeitet wird. Danach wird wie üblich weiter gemacht. Eventuell benötigt der Teig etwas mehr Mehl.
„Pasta verde“ (grüne Nudeln)
Grüne Nudeln stellt man meistens mit Spinat her. Es lassen sich aber durchaus auch andere Gemüse oder Kräuter verwenden, wie z.B. Mangold, Brennesseln oder Petersilie. Ich werde mich aber hier im wesentlichen auf die Spinatvariante beschränken:
Dafür wird frischer Spinat kurz blanchiert und kalt abgeschreckt. Gut ausdrücken und am besten unter Zugabe von etwas Salz in der Küchenmaschine pürieren. Dieses Spinatpüree wird dann in einer Menge von ca. 70 Gramm pro Ei mit dem Teig verarbeitet. Wird der Teig mit der Nudelmaschine verarbeitet, kann man den Spinat auch fein gehackt verwenden. Da Spinat – auch ausgedrückt – noch viel Flüssigkeit enthält, sollte man weniger Eier oder mehr Mehl als im Grundrezept nehmen. Ich empfehle eher mehr Mehl, da der Spinatteig sonst stärker klebt.
Eine zweite Variante mit Spinat: Dafür mixt man frischen Blattspinat mit etwas kaltem Wasser. Dann passiert man diese Mixtur durch ein Sieb. Diesen Spinatsaft bringt man auf dem Herd langsam an den Siedepunkt. Nach und nach bildet der grüne Farbstoff kleine Klümpchen und kann abgeschöpft werden. Diese gibt man in einen Kaffeefilter, um das überschüssiges Wasser abtropfen zu lassen. Im Filter bleibt grüner Farbstoff in konzentrierter Form. Diesen mischt man bei der Herstellung des Teiges unter die Eier.
Noch ein Tip für die Verwendung von Brennesseln (eine interessante geschmackliche Alternative): Die brennende Wirkung nimmt man ihnen am besten und zuverlässigsten, indem man sie kurz blanchiert. Sie können dann wie Spinat weiterverarbeitet werden.
„Pasta gialla“ (gelb-orange-farbene Nudeln)
Um goldgelben Nudelteig herzustellen verwendet man bei der Herstellung keine ganzen Eier, sondern ausschliesslich Eigelb. Wenn man das Eigelb vorher schlägt und mit Salz bestreut (und ca. 15 Minuten wirken lässt) wird es in der Farbe kräftiger und verleiht dem Teig eine schöne goldene Farbe.
Für gelb-orange Pasta mischt man 2–3 Gramm Safranpulver oder 1/2 TL Kurkuma je 100 Gramm Mehl unter den Teig. Statt Safranpulver kann man auch einige 15 Minuten lang in 1 TL warmem Wasser gequollene Safranfäden verwenden.
Um orangefarbenen Pastateig herzustellen kann man Möhren oder Kürbis verwenden. Dafür knetet man 2–3 EL gekochte und pürierte Möhren (oder Kürbis) unter den Teig.
„Pasta rossa“ (rote Nudeln)
Für einen roten Nudelteig verwendet man in der Regel Rote Bete, Paprikapulver oder Tomatenmark.
Dunkelrote Pasta erzielt man nur mit Roter Bete: Dazu ungeschälte rote Bete (Rote Rüben) je nach Größe in 40–90 Min. weich kochen. Danach schälen, hacken und pürieren. Das Püree (etwa 1 EL pro 100g Mehl) mit den übrigen Zutaten zum Nudelteig verkneten. Bitte beachten: Das Rote Bete-Püree muss gut abgekühlt sein, bevor es mit den restlichen Teigzutaten vermengt wird.
Eine Alternative ist, die Rote Bete roh oder leicht gekocht mit etwas Wasser zu mixen, um den roten Farbstoff auszulösen. Die Flüssigkeit auf dem Herd zu einem intensiven Farbstoff einkochen und abgekühlt unter die Eier mischen.
Hellrote Pasta erreicht man durch die Beimengung von 1 geh. TL edelsüssen Paprikapulver oder 1 TL Tomatenmark, jeweils pro Ei. Einen etwas feineren Geschmack erreicht man, wenn man dick eingekochtes, mit fein gehackten gemischten Kräutern gewürztes, abgekühltes Tomatenmark unter die Teigzutaten mischen.
„Pasta nera“ (schwarze Nudeln)
Zum Färben von schwarzen Nudeln verwendet man in der Regel Tintenfischtinte (Nero di Seppia). Hierfür wird etwa 1 TL Sepiatinte auf 300 g Mehl bei der Herstellung des Teigs unter die Eier gemischt. Aber Vorsicht: die Tinte färbt sehr stark, daher erst einmal sparsam dosieren und evtl. später noch etwas zugeben als am Anfang zuviel nehmen. Die Pasta wird im Übrigen nicht nur schwarz, sondern schmeckt auch nach Tintenfisch.
Man erhält die Tinte in gut sortierten Fischgeschäften oder Feinkostläden. Ausserdem solltet Ihr etwas mehr Tinte als für das Rezept notwendig kaufen und diese dem Kochwasser beifügen. Dadurch behält die Pasta eine schöne schwarze Farbe. Sonst wird sie nach dem Kochen eher grau.
Weitere Möglichkeiten zum Aromatisieren von Nudeln
Leicht grüne bis grün gesprenkelte Nudeln erhält man, wenn fein gehackte einzelne oder gemischte Kräuter (etwa 1 TL/100 g Mehl) in den Teig einarbeitet. Dafür eignen sich fast alle Kräuter, wie z.B. Petersilie, Estragon, Thymian, Basilikum, Majoran. Mit frischen Kräutern erzielt man eine sattere grüne Farbe als mit getrockneten. Bei der Auswahl sollte man daran denken, zu welcher Sauce die Nudeln gegessen werden.
Ausserdem können fast alle Arten von pürierten Gemüsen dem Pastateig beigemengt werden, wie etwa frischen Bärlauch. Der eigenen Kreativität (und dem eigenen Geschmack) sind hier wenig Grenzen gesetzt.
Sehr beliebt sind auch Nudeln mit Pilzgeschmack. Für die Pilz-Pasta : 25g getrocknete Steinpilze in einer Küchenmaschine zu einem feinen Mehl verarbeiten oder mit dem Messer sehr fein hacken. Dann das Steinpilzmehl mit dem anderen Mehl für den Nudelteig mischen.
Zum Aromatisieren eines Pastateigs eignen sich auch Zitrusfrüchte: Dafür 2 EL frisch abgeriebene Zitronen‑, Orangen‑ oder Limettenschale in den Teig einarbeiten.
Eine weitere italienische Spezialität aus dem Trentino sind Kakaonudeln oder Schoko-Pasta: Hierfür mischt man etwa 10g gesiebtes Kakaopulver pro 100g Mehl unter den Teig. Einen noch intensiveren Schokogeschmack erreicht man, wenn man zusätzlich etwa 1/2 EL sehr fein gehackte Blockschokolade einarbeitet. Ausserdem kann man je nach Geschmack etwas Chilipulver hinzufügen. Diese Kakaonudeln schmecken im Übrigen auch zu herzhaften Gerichten, z.B. in Kombination mit Gorgonzola.
Soweit für heute. Wie Ihr seht, gibt es auch hierbei vielfältige Möglichkeiten köstliche selbstgemachte Pasta herzustellen. In der nächsten Folge geht es dann um die Weiterverarbeitung des fertigen Pastateigs.
23.8.2007 12:04
Pastagerichte, Grundrezepte
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