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USA schaffen den Hunger ab!

Laut dem kürzlich vom US-Landwirtschaftsministerium in Washington vorgestellten „Hungerbericht“ leiden 35 Millionen US-Amerikaner an „Nahrungsmittelunsicherheit“, auf deutsch Hunger. Weil sich das aber so schlecht anhört, haben die Bürokraten den wunderschönen Begriff „Nahrungsmittelunsicherheit“ geschaffen. Das hört sich dann doch halb so schlimm an.

Wohlweislich hat das republikanisch geführte Ministerium diesen Bericht auch bis nach den Kongresswahlen zurückgehalten. Zwar sank die Zahl der Hungernden in den USA gegenüber dem Vorjahr um drei Millionen, aber noch immer sind 35 Millionen betroffen. Und – welche Überraschung – fast alle sind arm und überwiegend Angehörige nicht-weisser Minderheiten. 11 Prozent der US-Bevölkerung hatten laut dem Bericht während des Jahres Probleme, genug Essen auf den Tisch zu bekommen. Vielfach liessen Erwachsene ganze Mahlzeiten ausfallen oder nahmen nur sehr wenig zu sich, einfach weil das Geld fehlte. Oder oft auch, damit wenigstens die Kinder einigermaßen über die Runden kommen. Sogar „Hamburger-Billig-Menues“ sind unerschwinglich für Millionen amerikanischer Haushalte. Besonders betroffen vom Hunger sind – wie in vielen anderen Industrieländern auch – alleinerziehende Mütter. 2005 war jede Dritte betroffen, 8 Prozent davon ging es besonders schlecht.

Passend dazu eine Meldung aus dem Ärzteblatt: Nach einer neuen Studie der Harvard-Universität belaufen sich die Kosten des Hungers und seiner Folgen für die US-Gesellschaft jährlich auf mehr als 90 Milliarden Dollar (knapp 67 Milliarden Euro).

„Das Land gibt viel mehr aus, wenn es den Hunger bestehen lässt, als wenn es etwas gegen ihn unternähme“, sagte Larry Brown von der Harvard-Universität, die die Studie ausführte, am 5. Juni. Demnach würde es zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar kosten, Hilfsprogramme aufzustocken und damit das Hungerproblem in den Griff zu bekommen.

Nach derzeitigem Stand kostet der Hunger im Land der Studie zufolge jeden US-Bürger direkt oder indirekt durchschnittlich 300 Dollar im Jahr. Die Summe von 90 Milliarden setzte sich unter anderem aus den Kosten für das Gesundheitssystem durch die Folgen von Hunger und Mangelernährung, aus Produktionsausfällen durch schlechte Ernährung sowie aus Spenden der Amerikaner etwa für Suppenküchen und andere Hilfseinrichtungen zusammen.

Was bleibt, ist erstens die Erkenntnis, dass auf der Schattenseite der westlichen Gesellschaften der Hunger an der Tagesordnung ist. Und das sicher nicht nur in den USA.

Als zweites festigt sich die Einsicht, dass die Summe von 60 Milliarden Dollar, die die G8 jetzt gegen Hunger, Armut und Krankheiten in Afrika ausgeben will, eher nur ein Tropfen auf den heissen Stein sind. Aber immerhin besser als nichts, zumindest wenn den Ankündigungen denn auch Taten folgen!

Download: US-Bericht zur Ernährungslage [ers.usda.gov]

via tagesschau.de

25.6.2007 13:07
Ernährung
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