Nun also doch: BASF darf gentechnisch veränderte Amflora-Kartoffeln anbauen, obwohl die EU den Antrag nicht genehmigt hat. Im Einzelnen:
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat jetzt den Antrag des Unternehmens BASF Plant Science auf Freisetzung gentechnisch veränderter Kartoffeln der Sorte „Amflora“ unter Sicherheitsauflagen genehmigt. Im Gegensatz dazu hatte die Europäische Zulassungsstelle für Gentechpflanzen wegen Sicherheitsbedenken gegen den Anbau einer gentechnisch veränderten Kartoffel entschieden, und deswegen den Antrag von BASF zurückgestellt. Das BVL sieht hingegen bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen keine Risiken für Mensch und Umwelt.
Offensichtlich interessiert sich der Staat in Deutschland tatsächlich zunehmend immer weniger für das, was die Menschen hier wollen. Denn laut Umfragen lehnt immer noch der weitaus grössere Teil der Bevölkerung gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Statt darauf einzugehen, hilft der Bund den Konzernen noch bei der Trickserei gegenüber der EU.
Wohin der Zug fährt, geht aus dieser AFP-Meldung von vorgestern hervor:
Die deutschen Chemiekonzerne drücken beim Thema Gentechnik aufs Tempo. In sechs bis acht Jahren will BASF erste gentechnisch veränderte Lebensmittel auf den Markt bringen, wie Forschungsvorstand Stefan Marcinowski ankündigte.
„Ich freue mich schon darauf, das erste Produkt zu essen“, sagte er. Dabei werde es sich um ein Lebensmittel aus Mais, Soja oder Raps handeln. Der Chemie-Riese arbeitet mit dem US-Konzern Monsanto zusammen. Beide Konzerne hatten Ende März bekannt gegeben, bei der Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen zusammen zu arbeiten.
Während bisher Resistenzen gegen Krankheiten bei diesen Pflanzen im Vordergrund standen, sollen daraus hergestellte Lebensmittel direkte Vorteile für die Konsumenten haben, etwa verbesserte Inhaltsstoffe, erläuterte ein BASF-Sprecher in Ludwigshafen. Dann, so hofft der Konzern, „steigt auch die Akzeptanz in der Bevölkerung“.
Soll er mal hoffen… Ich hoffe jedenfalls, dass die EU-Kommission die Genehmigung noch „kassiert“!
Zum Thema hier ein Artikel der TAZ: Kartoffel-Experimente
Und die Pressemitteilung des BVL