Archiv für die Kategorie 'Ernährung'

Niemand will Gentech-Mais MON 810

Agrarministerin Aigner hat Aussaat in Deutschland gestoppt

Berlin (ots) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Entscheidung von Bundesagrarministerin Ilse Aigner, das Aussäen des Monsanto-Genmais MON 810 zu verbieten, begrüßt. Die Verdachtsmomente, dass der Genmais Natur und Tierwelt schädige, seien so zahlreich, dass ein Verbot zwingend gewesen sei. Fütterungsstudien hätten gezeigt, dass der Genmais das Immunsystem von Mäusen schädige. Das Aussaatverbot für MON 810 sei ein großer Erfolg des jahrelangen Engagements von Umweltorganisationen und Ökoanbauverbänden. Ihr breites Bündnis habe mit überzeugenden fachlichen Argumenten eine falsche Weichenstellung in der Landwirtschaft verhindert.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger wies neben den Risiken des Genmaises für bestimmte Arten auch auf die Gefahr einer drohenden Abhängigkeit von den Saatgut-Unternehmen hin: „Ein Ausbringen von genverändertem Saatgut birgt unkalkulierbare wirtschaftliche Risiken für Landwirte und Imker. Letzteren wird ihr Honig gentechnisch verunreinigt, erstere geraten in eine wirtschaftliche Zwangslage, weil sie das Gen-Saatgut und zugleich die entsprechenden Pestizide von den Gentechnik-Konzernen kaufen müssen. Wer den Heilsversprechen der Gen-Saat-Hersteller auf den Leim geht und genverändertes Saatgut ausbringt, schadet der Landwirtschaft in Deutschland.“

Der BUND rufe die Bauern deshalb dazu auf, sich in gentechnikfreien Regionen zusammenzuschließen und alle vorhandenen landwirtschaftlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Maisschädlinge mit konventionellen Ackermethoden zu bekämpfen. Gen-Saaten würden dabei nicht helfen.

Weiger: „Über 70 Prozent der Verbraucher lehnen Gentechnik im Essen aus guten Gründen ab. Gentechnisch verändertes Saatgut breitet sich unkontrolliert aus, gefährdet nachweislich Natur und Tierwelt und bedroht die Existenz von landwirtschaftlichen Betrieben, die gentechnikfrei arbeiten wollen. Frau Aigner hat dem Druck großer Gentechnik-Unternehmen nicht nachgegeben und in letzter Minute vor der Aussaat das Anbauverbot für MON 810 verhängt. Wir erkennen dies an und erwarten nun, dass sie konsequent bleibt und sich auf Brüsseler Ebene klar gegen die Zulassung anderer gentechnisch veränderter Pflanzen ausspricht.“

20.4.2009 10:20
Ernährung
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WWF und TV-Koch Henssler raten zu bewusstem Fischkonsum

Der WWF und TV-Koch Steffen Henssler haben heute in dem kürzlich eröffneten Henssler-Restaurant „Ono“ den neuen „WWF-Einkaufsratgeber Fisch und Meeresfrüchte“ vorgestellt. Als gute Wahl beim Fischkauf gelten demnach Seelachs, Hering, Forelle oder Zander. Dagegen rät der WWF von Schwertfisch, Hai, Rotbarsch und tropischen Shrimps ab.

„Die Überfischung der Meere ist dramatisch. Die Verbraucher sind das Zünglein an der Waage. Wer an der Fischtheke die richtige Entscheidung trifft, betreibt aktiven Meeresschutz“, so WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. Verbraucher sollten beim Einkauf auf das blaue Umweltsiegel des „Marine Stewardship Council“ (MSC) achten oder Bio-Fisch bevorzugen.

WWF-Meeresanwalt Steffen Henssler kündigte an, auf Fisch zu verzichten, der beim WWF rot gelistet ist. „Keine leichte Sache für einen Seafood-Koch. Roter Tunfisch beispielsweise ist unglaublich lecker. Aber den wird es bei mir nicht mehr geben, weil er rücksichtslos geplündert wird“, erklärte Henssler. „Als Fernsehkoch und in meinen Restaurants will ich den Menschen zeigen, dass man bei Fisch nicht nur auf Geschmack und Qualität, sondern auch auf die Umwelt achten muss.“

In dem handlichen Einkaufsführer für die Brieftasche bewertet der WWF 35 Wildfischarten aus über 70 Beständen sowie 10 Aquakulturarten nach einem Ampelsystem. „Im Vergleich zu unserem letzten Ratgeber können wir dem Verbraucher diesmal genauere Empfehlungen geben“, erläutert Vesper. Denn der Handel hat angekündigt, Fisch noch in diesem Jahr nach Herkunftsgebieten zu kennzeichnen. Es lohne sich, beim Einkauf genau hinzugucken.

So bewertet der WWF zum Beispiel Kabeljau aus verschiedenen Quellen: Pazifischer Kabeljau mit dem MSC-Siegel gilt ebenso als gute Wahl wie Kabeljau aus der Nordost-Arktis. Hingegen rät der WWF vom Kauf ab, wenn der Kabeljau aus den überfischten Beständen in der Nordsee oder Ostsee stammt. „Wenn die Herkunftsangabe fehlt, sollte man generell auf Kabeljau verzichten“, rät Vesper.

Das vom WWF besonders empfohlene MSC-Siegel steht für nachhaltige Meeresfischerei, bei der nicht mehr Fisch gefangen wird, als nachwächst. Heute sind bereits über 300 MSC-Produkte in deutschen Supermärkten erhältlich. Im WWF-Ratgeber ist MSC-Fisch besonders gekennzeichnet.

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind 77 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt oder bis an ihre Grenzen ausgebeutet. Fast 90 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich aus den Meeren geholt. Hinzu kommen viele Millionen Tonnen Beifang und illegal gefangener Fisch. Allein in der Nordsee verenden jährlich eine Million Tonnen Fisch und andere Meerestiere als Beifang. Sie werden sterbend oder tot zurück ins Meer geworfen. Ganze Lebensräume wie zum Beispiel empfindliche Kaltwasserkorallenriffe werden durch schweres Fischereigerät zerstört. Wissenschaftler rechnen mit einem Zusammenbruch der kommerziellen Fischerei bis 2050, wenn die bisherige Plünderung der Meere unverändert weitergeht.

Die Krisenmeldungen aus den Ozeanen haben längst auch die Bürger erreicht. Laut einer vom WWF in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage sehen 87 Prozent der Deutschen die Überfischung der Ozeane mit großer Sorge.

Leider bietet auch die weltweit boomende Aquakultur häufig keine umweltfreundliche Alternative, berichtet der WWF. So sollte man zum Beispiel auf chilenischen Lachs verzichten. Für diese Zuchten würden ganze Küstenstriche zerstört. Hingegen könne man Bio-Lachs aus Irland, Schottland oder Norwegen ohne Reue genießen. Verbraucher sollten beim Kauf von Zuchtfisch auf das Naturland‑ oder das Bioland-Label achten.

Interessierte können den WWF-Einkaufsratgeber Fisch und Meeresfrüchte im Internet unter www.wwf.de/fisch herunterladen. Der Ratgeber kann auch gegen Einsendung eines mit 55 Cent frankierten Rückumschlages per Post angefordert werden. Anschrift: WWF, Infoservice, Rebstöcker Str. 55, 60326 Frankfurt

9.2.2009 13:24
Ernährung
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Sind die Deutschen Kochmuffel?

Allen Fernsehkochshows zum Trotz scheinen die Deutschen die Lust am Kochen mit frischen Zutaten immer mehr zu verlieren. Wie jetzt eine repräsentative GEWIS-Umfrage im Auftrag des Hamburger Magazins DER FEINSCHMECKER ergab, kochen 40 Prozent der Bevölkerung nie mit Frischprodukten, nur 9 Prozent verwenden sie noch täglich. 1014 Männer und Frauen zwischen 16 und 65 Jahren wurden befragt, wie oft sie ihre Mahlzeiten unter Ausschluss von Fertigprodukten, Tiefkühlgerichten und Dosenfutter zubereiten. Frauen brutzeln und schmoren öfter als Männer, was kaum überrascht, aber auch 16 Prozent von ihnen verschmähen jede Art von frischen Lebensmitteln in der Küche.

Besonders viele Kochmuffel gibt es demnach in der Altersgruppe bis 35 Jahre, in der nach eigenen Angaben 46 Prozent ohne frische Zutaten fürs Essen auskommen. An den Wochenenden besinnt sich allerdings fast ein Drittel der jungen Deutschen auf die gesündere Alternative zum Fast‑ und Instantfood, deutlich häufiger als der Rest der Bevölkerung. DER FEINSCHMECKER sieht den Trend zum Singledasein als Grund für die mangelnde Küchenpraxis, „denn wer allein ist, kocht nicht so gern“ und schon gar nicht mit frischen Zutaten. Das Magazin warnt: „Für die Zukunft von Familie und Esskultur ist dieser Trend alarmierend“.

31.1.2009 11:42
Ernährung
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So geniessen die Deutschen

Wie stehen die Deutschen zum Genuss, was genießen Sie? Dies fand eine repräsentative Umfrage der TÜV Rheinland/Impuls GmbH in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn heraus. Befragt wurden im Auftrag der Initiative Genusskultur bundesweit 1.042 Personen im Alter von 18 bis 89 Jahren. Ein erfreuliches Ergebnis: Fast die Hälfte der Deutschen zählt zu den gesunden Genießern (45,7%). Diese sind etwas häufiger in den alten Bundesländern anzutreffen als in den neuen (56,3 % vs. 40%).

„Für die gesunden Genießer ist Genuss etwas Wichtiges in ihrem Leben. Sie schreiben ihm positive Auswirkungen auf Geist und Körper zu. Gleichzeitig sind sie sich bewusst, dass Genießen immer auch bedeutet, bestimmte Grundsätze zu beachten wie bewusst genießen und Maß halten“, erklärt Dr. Stefan Poppelreuter, Diplom-Psychologe und Bereichsleiter der TÜV Rheinland/Impuls GmbH. Von fünf verschiedenen Typen sind am zweithäufigsten die zurückhaltenden Genießer vertreten – besonders in den neuen Bundesländern (35,6%). Potenzielle Risiken bestimmen ihr Denken in hohem Maße.

Männer genießen eher riskant – Frauen eher schuldbewusst

Doppelt so viele Männer wie Frauen finden sich unter den riskanten Genießern (12,6 % vs. 6,1%). Sie probieren gern aus und nehmen schädliche Auswirkungen in Kauf. „Frauen sind dagegen häufiger als Männer unter den „schuldbewussten Genießern“ zu finden, die sich ihr Genusserleben „verdienen“ müssen und von Gewissensbissen verfolgt werden“, resümiert Studienleiter Stefan Poppelreuter.

An dem Klischee des Sex, Drugs and Rock ‚n‘ Roll liebenden Mannes ist etwas dran: Weitaus mehr Männer gaben an, dass Genuss für sie bedeutet, ihre Sexualität auszuleben, Alkohol zu genießen und ein leckeres Essen zu kosten. Frauen hingegen lieben eher ein gutes Buch, einen Spaziergang und einen Einkaufsbummel.

Einstellungen zu Alkohol

Alkohol ist ein Thema, mit dem man verantwortungsvoll umgehen muss. Dessen ist sich die Mehrheit der Deutschen bewusst. Befragt nach der Zustimmung zu verschiedenen Aussagen zu Genuss und Alkohol waren fast alle Interviewten der Meinung: „Verantwortlicher Alkoholkonsum und Vorbildfunktionen sind wichtig“. Ebenso wird Aufklärung über Alkoholmissbrauch für wichtig erachtet. Der Aussage „Alkohol ist Gift für den Körper. Ein komplettes Verbot wäre am besten“ stimmten hingegen die wenigsten zu.

18.1.2009 11:57
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Unrealistische Heilsversprechen über Gentech-Wunderpflanzen

BUND-Studie: Hauptinteresse an Gentechnik kommt aus agrochemischer Industrie

Die Ankündigungen der Gentechnik-Konzerne Monsanto, BASF, Syngenta, Bayer, Dow und DuPont-Pioneer, schon bald könne mit gentechnisch veränderten Nutzpflanzen der Welthunger bekämpft, die Energieversorgung gesichert oder dem Klimawandel begegnet werden, halten nach Analysen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einer Überprüfung nicht Stand. Eine von der Publizistin Ute Sprenger für den BUND erstellte Studie mit dem Titel „Die Heilsversprechen der Gentechnikindustrie – ein Realitäts-Check“ erbrachte das Ergebnis, dass Gentech-Pflanzen mit den genannten Eigenschaften in absehbarer Zeit nicht zur Marktreife kommen werden. Für die Studie ausgewertet wurden die Forschungsvorhaben dieser sechs größten Gentechnik-Unternehmen weltweit, ihre Investorenberichte sowie Daten über bereits stattfindende bzw. geplante Freisetzungen von gentechnisch veränderten Organismen.

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5.1.2009 09:58
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foodwatch veröffentlicht Acrylamid-Testergebnisse für Weihnachtsgebäck

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat 17 Sorten Weihnachtsgebäck in einem unabhängigen Labor auf Acrylamid untersuchen lassen. Die Mehrheit der Produkte ist nur noch gering mit der krebsverdächtigen Substanz belastet. foodwatch testet seit 2002 regelmäßig Lebkuchen und Spekulatius auf Acrylamid und veröffentlicht Werte, Produktnamen und Hersteller. Das zeigt Wirkung, fast alle Hersteller haben die Belastung gesenkt. „Wenn Produktnamen genannt werden, steigt der Druck auf die Hersteller, die Belastung mit Acrylamid zu senken“, sagte Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von foodwatch. Diese positive Entwicklung lasse sich aber nicht auf die Mehrheit des verkauften Weihnachtsgebäcks übertragen. Zwar würden viele Behörden Lebkuchen und Spekulatius auf Acrylamid testen, doch hielten sie sowohl Ergebnisse als auch Herstellernamen zurück. „Alle amtlichen Testergebnisse müssen aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes veröffentlicht werden“, forderte Wolfschmidt.

Acrylamid entsteht beim Backen und steht im Verdacht, Krebs auszulösen sowie das Erbgut zu schädigen. foodwatch hat elf Lebkuchen-Produkte und sechs Sorten Spekulatius auf ihren Acrylamidgehalt testen lassen. Am höchsten belastet ist das Bioprodukt „Elisen Lebkuchen“ der Firma Allos mit 570 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm, dicht gefolgt von „Frenzel Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen“ des Herstellers Pulsnitzer. Testsieger sind die „Grandessa Oblaten-Lebkuchen“ von Bahlsen und „Favorina runde braune Lebkuchen mit Schokolade“ des Discounters Lidl. Sie weisen nur 28 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm auf und sind damit 20 Mal weniger belastet als der „Elisen Lebkuchen“ von Allos. Bei den Spekulatius haben drei von sechs Herstellern die Belastung im Vergleich zum Vorjahr gesenkt.

Für die krebsverdächtige Substanz Acrylamid gibt es keinen als „sicher“ geltenden Grenzwert. Der behördliche „Signalwert“ für Lebkuchen liegt seit Jahren unverändert bei 1.000 Mikrogramm. Dabei können die Hersteller längst Werte unter 50 Mikrogramm erreichen. Das zeigen die Testergebnisse von foodwatch. „Die Bundesregierung muss 50 Mikrogramm als Richtwert festlegen und der Industrie vorschreiben, die Acrylamidbelastung am Produkt zu kennzeichnen“, forderte Matthias Wolfschmidt.

Die einzelnen, aktuellen Messwerte sowie die Werte der vergangenen Jahre finden Sie unter: http://foodwatch.de/e36/e68/e13683/e18978/

18.12.2008 12:08
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Warnung vor privat vertriebenen Vitaminen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln

Wenn Sportfreunde oder Bekannte Vitaminpillen und andere Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, geschieht das nicht immer nur aus persönlicher Überzeugung. Verschiedene Hersteller solcher Mittel haben es geschafft, Laien als Verkäufer anzuwerben, die im großen Stil „Freunde und Familie abgrasen“, sagt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn mit privater Vertrautheit lassen sich gute Geschäfte machen. In der Zeitschrift stern GESUND LEBEN rät die Ernährungsexpertin, jedes Angebot dieser Art so freundlich wie bestimmt abzulehnen. Insbesondere dann, wenn einem Produkt Heilkraft gegen Krankheiten zugesprochen wird.

In jüngster Zeit verdichten sich die Hinweise darauf, dass selbst Vitaminpräparate nicht immer so harmlos sind, wie lange gedacht. Forscher des Cochrane-Zentrums Kopenhagen kamen in einer großen Übersichtsstudie zu dem Ergebnis, dass die Mittel die Sterblichkeit erhöhen können. Die Supplementierung mit Vitamin A erhöhte das Sterberisiko um 16 Prozent, Beta-Karotin um 7 Prozent, Vitamin E um 4 Prozent. Die Gefahr des Vitaminverkaufs durch Laien liegt auf der Hand: Sie verfügen nicht über Fachwissen und sind nicht in der Lage, eventuelle Risiken zu erkennen.

Verbraucherschützerin Clausen warnt auch vor falschen Freunden im Internet. Online-Produktforen genießen zu unrecht den Ruf, neutrale Informationsquellen zu sein, wie die Düsseldorfer Experten bei einer Untersuchung feststellten: Jeder zweite Autor von „Testberichten“ im Internet war tatsächlich ein Verkäufer von Nahrungsergänzungsmitteln, etliche von ihnen gaben sogleich Bestellinformationen bekannt. Clausen fordert den Gesetzgeber auf, diese Marketingform mit harten Strafen zu ahnden. Nahrungsergänzungsmittel dürfen in Deutschland nicht mit dem Versprechen beworben werden, Krankheiten zu kurieren. Im Internet verschwimmt allerdings die klare Rechtslage, da Hersteller wie auch die Betreiber der Produktportale betonen, dass nicht sie für die Webeinträge verantwortlich seien, sondern die Autoren.

9.12.2008 10:20
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Verbraucher wollen Milch ohne Gentechnik

Rund 85 Prozent der Verbraucher in Deutschland wollen, dass Milchkühe kein gentechnisch verändertes Futter erhalten. Das ist das Ergebnis einer von Greenpeace bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Auftrag gegebenen, repräsentativen Umfrage. Zudem wären Verbraucher zu 80 Prozent auch bereit, mehr Geld für Milchprodukte „ohne Gentechnik“ zu zahlen. Zwei Drittel der 1000 Befragten würde Produkte mit dem Hinweis „ohne Gentechnik“ bevorzugt kaufen. Greenpeace fordert die deutsche Milchindustrie auf, Gen-Pflanzen aus der gesamten Produktion zu verbannen.

„Ein Cent je Liter reicht den Landwirten aus, um die Mehrkosten für Futter ohne Gentechnik zu decken“, sagt Alexander Hissting, Gentechnik-Experte von Greenpeace. „Der Verbraucher will es, gentechnikfreies Futter gibt es und trotzdem weigern sich Hersteller wie Weihenstephan oder Bärenmarke Gen-Pflanzen im Tierfutter auszuschließen. Das ist völlig unverständlich. Teuer ist nicht das bessere Tierfutter, sondern der Einsatz von Gen-Pflanzen: Sie zerstören die Artenvielfalt und bergen Gefahren für Mensch und Umwelt.“

Der jüngste Beleg für die Gefahren der Gentechnik ist eine Studie über mit Gen-Mais gefütterte Mäuse, die das österreichische Gesundheitsministerium vergangene Woche veröffentlicht hat. Bei den Tieren fiel eine signifikant beeinträchtigte Fruchtbarkeit auf.

3.12.2008 12:50
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Betrug mit angeblichen Bio-Eiern: PETA stellt Strafanzeige

Heute Morgen enthüllte PETA Deutschland e.V. eine der größten Eier-Um‑ bzw. Falschetikettierungen, die es wohl je in der Bundesrepublik gegeben hat. Jeden Tag werden schätzungsweise über 300.000 Eier als Freiland‑ und Bioeier um‑ bzw. falschetikettiert, dabei werden die Hühner in einer tierquälerischen Bodenhaltung hinter einem Gitterverschlag gehalten. Der gesetzlich vorgeschriebene Auslauf fehlt komplett.

„Wenn Eier aus Bodenhaltung als Freiland‑ und Bioeier verkauft werden, dann ist das Betrug und nach unseren Recherchen verhärtet sich dieser Vorwurf“, so Dr. Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler von PETA Deutschland e.V. heute morgen in Berlin.

Der Tierrechtsorganisation liegt umfangreiches Videomaterial aus zwei Betrieben der Firma Landkost in Spreenhagen und Bestensee vor. Die Aufnahmen dokumentieren nicht nur den fehlenden Auslauf sondern auch die katastrophale Tierhaltung in den Hallen. Die weiteren PETA-Ermittlungen ergaben, dass die Eier der geschundenen Tiere als Freilandeier in Berliner Supermärkten, vor allem bei Kaiser’s-Tengelmann (unter der Marke „Freiland-Landkost“) und EDEKA (unter der Marke „Freiland-Luisenhof“) verkauft werden.

Besonders pikant: die Eier werden zusätzlich über einen anerkannten und mehrfach ausgezeichneten Biohof in Deersheim vertrieben. Hierüber werden sie an weitere bekannte Handelskonzerne verkauft. So werden die Eier bei REWE unter der REWE Eigenmarke „Füllhorn“, bei EDEKA unter der EDEKA Eigenmarke „Bio Wertkost“, bei Coop unter der Coop Eigenmarke „Bio Coop“ und bei Penny unter der Eigenmarke „Naturgut“ angeboten. Auch der Babynahrungshersteller Hipp bezieht seine Eier von dem zweifelhaften Biohof, der offensichtlich Strohmann-Funktion hat.

„Überraschend war, dass das zuständige Veterinäramt in Spreenhagen über den nicht vorhandenen Auslauf seit längerer Zeit informiert ist“, so Dr. Haferbeck „Zusätzlich ist der Eierproduzent dem angeblich unabhängigen Kontrollsystem KAT aus Bonn angeschlossen und selbst eine der größten deutschen Tierschutzorganisationen bewirbt die Eier im Supermarkt. Hier hat offensichtlich alles versagt, was nur versagen kann“.

PETA Deutschland stellte heute Morgen Strafanzeige gegen die Firma Landkost aus Bestensee sowie gegen Biohof Deersheim GmbH.

26.11.2008 09:59
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Gefährliche Tafeltrauben bei Real

Greenpeace warnt vor türkischen Trauben der Supermarktkette Real. Laboruntersuchungen im Auftrag von Greenpeace haben ergeben, dass bei den „Kernlosen Tafeltrauben Sultanas“ die so genannte Akute Referenzdosis (ARfD) für das Pestizid Procymidon um mehr als das Doppelte überschritten wurde. Bereits das einmalige Überschreiten der ARfD kann bei Kindern und Erwachsenen akute Gesundheitsschäden verursachen. Gegen das Management des Konzerns Metro, zu dem auch Real und Kaufhof gehören, erstattet Greenpeace Strafanzeige wegen der wiederholten Vermarktung nicht verkehrsfähiger und potentiell gesundheitsschädigender Lebensmittel.

„Es darf nicht sein, dass immer wieder Tafeltrauben in Deutschland verkauft werden, die die Gesundheit der Verbraucher gefährden“, sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. „Der Verkauf solcher Trauben muss gestoppt werden. Wir fordern die EU-Kommission und Bundesregierung auf, die Lebensmittelüberwachung zu verbessern und die Grenzwerte für Pestizide in Lebensmitteln zu verschärfen.“

Die analysierten Trauben wurden Mitte Oktober in einem Hamburger Real-Markt gekauft. Sie stammen von einem Produzenten im türkischen Antalya. Mit der heutigen Untersuchung findet Greenpeace bereits zum zehnten Mal Trauben bei Real und Kaufhof, in denen die ARfD überschritten wird.

Das in den Real-Trauben gefundene Pilzbekämpfungsmittel Procymidon ist in der EU für Trauben nicht zugelassen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Chemikalie die Bildung männlicher Hormone bei Säugetieren hemmt und so auch die normale Entwicklung eines Kindes beeinträchtigen kann.

Die ARfD wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festgelegt. Obwohl im vorliegenden Fall der BfR‑ und WHO-Grenzwert überschritten war, wurde die geltende EU-Pestizid-Höchstmenge eingehalten. Der Grund: Bei der Festlegung der Höchstmengen für Pestizide berücksichtigte die EU-Kommission den ARfD-Wert nicht. Kein Einzelfall: Bereits im August hatte Greenpeace in dem Report „Die unsicheren Pestizidhöchstmengen in der EU“ auf fast 700 fehlerhaft festgelegte EU-Grenzwerte hingewiesen.

24.11.2008 10:23
Ernährung, Einkauf
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