Einfach nur essen?

Nicht dass ich mich tatsächlich noch für die laufend veröffentlichten Ernährungsempfehlungen aller möglichen Institutionen interessieren würde. Dafür sind diese ständig wechselnden „neuesten“ Erkenntnisse seit Jahrzehnten einfach zu widersprüchlich. Man denke nur einmal an die Diskussionen ob man besser Butter oder Margarine verwendet, ob Alkohol (Bier, Wein) in geringen Mengen jetzt gesundheitsschädlich ist, oder eher –fördernd. Da kennt jeder über 40 wahrscheinlich auch etliche Beispiele.

Und dieses meistens eher diffuse Empfinden wurde im letzten Jahrzehnt durch eine Vielzahl von Veröffentlichungen kritischer Ernährunsgwissenschaftler bestätigt. Bei mir war es z.B. Udo Pollmers „Prost Mahlzeit. Krank durch gesunde Ernährung“, dass mich zu einer kritischen intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema bewegte.

Anlass für diesen Beitrag ist ein gestern entdeckter Artikel in der ZEIT, der zwar schon vom November 2006 ist, mir aber sehr empfehlenswert erscheint. Unter dem Titel „Einfach essen“ wird hier ein guter Einstieg in die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema „richtige“ Ernährung geboten. Hier ein kurzes Zitat:

Vor vier Jahren machte sich die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO auf die Suche nach der definitiven Antwort. Sie ließen den Wust wissenschaftlicher Daten von einer internationalen Expertenkommission durchkämmen – mit ernüchternd geringer Ausbeute. Der 2003 erschienene Bericht analysiert die Ernährungsempfehlungen zur Vorbeugung gegen die vier wichtigsten chronischen Leiden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Osteoporose.

Von den unzähligen vermuteten Zusammenhängen befanden die Fachleute nur eine Hand voll für »überzeugend« belegt: Der Verzehr von Obst und Gemüse schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ebenso eine salzarme Ernährung, die reich an ungesättigten und arm an gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren ist. Ältere Menschen sollten nicht vergessen, für weiterhin feste Knochen ausreichend Kalzium und Vitamin D zu sich zu nehmen. Nebenbei stießen die UN-Forscher auch auf ein Wundermittel, das allen vier Leiden gleichermaßen entgegenwirkt – aber nichts mit Ernährung zu tun hat: regelmäßige Bewegung.

Häufiger einen Salat oder Apfel, Hände weg vom Salzstreuer, lieber Fisch statt Fritten und vielleicht mal ein Glas Milch – das ist vorläufig alles, was vom Getöse bleibt. Über alles Weitere lässt sich streiten.

Auch der weitere Inhalt lohnt zu lesen.

(via DIE ZEIT )

22.6.2007 14:22 von Mike B.
Ernährung
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