Älplermagronen nach Nidwaldner Art

Was liegt beim Thema meines Blogs näher, als zu Beginn eines meiner Lieblingsrezepte zu posten, bei dem sowohl Kartoffeln als auch Pasta verwendet werden. Zudem ist es auch ein gutes Beispiel dafür, dass man aus wenigen Zutaten und mit geringem Aufwand durchaus sehr schmackhafte Gerichte herstellen kann.

Die Rede ist von einem Eintopf aus der Schweiz, den „Älpler Magronen“. In der Basler Zeitung als uralte Crossover-Küche bezeichnet, gehört dieses Gericht zu den kulinarischen Köstlichkeiten, die es in etlichen Variationen gibt. Noch heute streiten die Schweizer darüber, ob nun Kartoffeln hinein gehören oder nicht. Die Urner zum Beispiel verzichten darauf, die Luzerner hingegen nicht. Für mich müssen Kartoffeln aber dabei sein.

Hier mein Rezept:

Zutaten

250 Gramm   Mittelgrosse Kartoffeln (z.B. Charlotte)
400 Gramm   Hörnli oder kurze Makkaroni
250 Gramm   Herzhafter Käse gerieben (z.B. Appenzeller,
      -Bergkäse oder Sbrinz)
100 ml   Rahm
150 ml   Milch
2 gross.   Zwiebeln
1–2     Knoblauchzehen
  Wenig   Butter für die Form
      Salz
  Etwas   Mehl
      Bratbutter (gesottene Butter) zum Braten
 
      ZUTATEN ANKESTÜCKLI
750 Gramm   Säuerliche Äpfel (z.B. Gravensteiner)
30 Gramm   Butter
100 ml   Apfelsaft (oder Weisswein)
      Zucker

Zubereitung

Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. In viel Salzwasser 5–8 Minuten kochen, dann die Hörnli dazu geben und zusammen kochen, bis die Nudeln "al dente" sind. Backofen auf ca. 160 Grad vorheizen und eine ofenfeste flache Gratinform buttern.

Das gekochte und gut abgetropfte Kartoffel/Hörnligemisch lagenweise mit dem geriebenen Käse in der Form verteilen. Rahm und Milch aufkochen und darüber giessen. Form in die Mitte des Ofens schieben und etwa 6–10 Minuten darin stehen lassen, bis der Käse geschmolzen aber nicht gebräunt ist.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln in ca. 2 mm dicke Ringe schneiden, den Knoblauch fein hacken. Mehl darüber stäuben und in der Bratbutter unter Wenden golden braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und über die Magronen verteilen.

Dazu serviert man Apfelmus oder Ankestückli.

Tip: möglichst dickwandige Teigwaren verwenden die eine längere Kochzeit vertragen und trotzdem noch "al dente" sind.

Zubereitung Ankestückli

Äpfel schälen, in Schnitze schneiden und das Kerngehäuse entfernen. Damit die Apfelschnitze sich an der Luft nicht braun verfärben, in der Bratpfanne sofort Butter erhitzen und die Apfelschnitze darin andünsten. Etwas Zucker darüber streuen und leicht karamelisieren lassen. Je nach Belieben mit den Apfelsaft oder Weisswein ablöschen und leise köcheln lassen bis fast die ganze Flüssigkeit eingekocht ist. Noch heiss zu den Älplermagronen servieren.

Varianten:

Bereitet man das Gericht ohne Kartoffeln, kocht man die Magronen sogleich in etwa 1,5 Liter Milch. So kann man auch verfahren, wenn man beim Mischen einige vom Vortag übriggebliebene gekochte und gewürfelte Kartoffeln hinzufügen will.

Berner Variante: Hier fügt man gerne noch 1–2 Cervelat hinzu. Diese in kleine Stücke schneiden und zusammen mit den Zwiebeln anbraten und anrichten.

[ Die (oder auch: der) Cervelat ist eine Schweizer Brühwurst und unterscheidet sich von der in Deutschland bekannten Cervelatwurst. In einigen Regionen der Schweiz ist der Cervelat auch als Cervelas oder Klöpfer bekannt. Unter diesen Bezeichnungen sowie unter dem Begriff Stadtwurst lässt sich die Spezialität auch in Süddeutschland finden. ]

(Weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Cervelat)

2.6.2007 13:04 von Mike B.
Kartoffelgerichte, Pastagerichte, Eintöpfe
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